Kurzfilm-Tipp: Going Solo 2018

Im Kurzfilm mit dem Titel “Going Solo” aus dem Jahr 2018 geht es um die erneute Reise des mutigen Paddlers Andrew Kellet auf dem sogenannten White River im südafrikanischen Kapstadt. Bei einem seiner vorherigen Versuche, den Fluss per Kajak zu bezwingen hätte er beinahe sein Leben verloren. In seinem zweiten Versuch will er mit dem Fluss Frieden schließen.

Mit der Natur konfrontiert

Andrew scheint die Herausforderung zu lieben. Er beschreibt, wie er sich der Sache stellt, in vollem Bewusstsein darüber, dass etwas schief gehen könnte. Er ist sich im Klaren, dass er im Falle einer Havarie allein mit den Konsequenzen zurechtkommen muss. Je wilder und unberechenbarer der Wellengang ist, desto größer wirkt der Reiz auf ihn. Er genießt den Fokus auf das Jetzt und Hier und den kontinuierlichen Zugzwang, in dem ein Paddler in seinem Kanu inmitten solcher gefährlichen Stromschnellen sich befindet. Das ist es, was für ihn das Leben ausmacht.

Wichtig ist dabei allein das, was vor einem liegt und die nächste eigene Reaktion darauf. Niemand weiß, was hinter der nächsten Abbiegung auf ihn zukommt. Also muss jede einzelne Paddelbewegung wohl überlegt sein. Viele Paddler glauben, sie könnten allein mit ihrem eigenen Fokus der ganzen Sache Herr werden. Dabei sind es gerade die Veränderungen, die die Natur eigentlich ausmachen und sie deshalb so interessant machen. Stromschnellen bedeuten Tiefe und weniger tiefe Stellen, gefährliche Felsformationen, die es zu umpaddeln gilt, unberechenbare Strömungen und unvorhersehbare Strudel, in deren Nähe man nicht geraten will. Wer kentert, der droht mit seinem Kajak irgendwo eingeklemmt zu sein und zu ertrinken. Selbst wenn man sich befreit, ist mit ernsten Knochenbrüchen zu rechen.

Dennoch treibt es die Wildwasser-Fans immer wieder aufs Neue hinaus auf die reißenden Ströme. Die Begeisterung für den riskanten Sport teilt Andrew Keller mit seinem Sohn. Mittlerweile paddeln sie den White River zusammen.